PRESSESPIEGEL

 
Sächsische Zeitung
Mittwoch, 22. Oktober 2003
 

 

Hellerauer Geschichten übern Grünen Zipfel
Clemens Galonska eröffnet eine Besucherinformation
Von Vera Kliemann

Ein Kremser auf dem Hellerauer Markt – das passt zur Atmosphäre der Gartenstadt. Ab und zu besteigt Clemens Galonska mit Gästen des Stadtteils den Pferdewagen, und es geht in ruhigem Schritttempo durch die Straßen mit ihrem seltenen Flair. Manchmal fallen die Pferde in Trab, dann werden die Passagiere ein bisschen durchgeschüttelt. Während der Tour liest Galonska Geschichten aus der Historie Helleraus vor, und das Leben um 1910 wird lebendig, die Zeit, als Heinrich Tessenow das Festspielhaus baute, Karl Schmidt seine Werkstätten hier errichten ließ, Richard Riemerschmid und Hermann Muthesius Häuser der neuen Siedlung für Arbeiter und Handwerker fertig stellten.

Bücher, Broschüren, Ausstellungen

Als der Düsseldorfer Galonska begann, sich mit Dresden zu beschäftigen, war er fasziniert von Hellerau und seiner Geschichte. Als Architekt wusste er natürlich vieles von der Entstehung der Siedlung, hatte auch über den Musiker Emile Jaques-Dalcroze, der hier eine Schule der rhythmischen Erziehung gründete, alles Greifbare gelesen. "Ich machte aber die Erfahrung, dass Interessierte, die sich heute in Hellerau umschauen wollen, keinen Ansprechpartner haben. Da kam mir die Idee, eine Besucherinformation zu eröffnen."

Clemens Galonska zog mit Familie an den Grünen Zipfel. "Markt2" heißt sein Laden um die Ecke mit eben dieser Adresse. Galonska vertreibt Broschüren, Bücher, Stadtpläne, Wanderhefte, Kalender. Auch Hellerauer Säfte kann man bei ihm kaufen. Und immer gibt es eine kleine Ausstellung in der Besucherinformation. Momentan sind großformatige Faksimiles des Bühnenbildners Adolphe Appia zu sehen und Linolschnitte von Persönlichkeiten, die Hellerau einst weltbekannt machten – Wolf Dohrn, Peter de Mendelssohn und andere. Ein ehemaliger Lehrer, Michael Faßhauer, jetzt ist er Rentner, überließ Galonska die Bilder leihweise. "Als ich vor einem reichlichen Jahr hierher kam und auf Entdeckungstouren ging, kam mir immer der Vergleich mit der Fuggerstadt in Augsburg in den Kopf. Außer diesem Kleinod habe ich nie etwas mit Hellerau Vergleichbares gesehen. Unser Stadtteil ist es wirklich wert, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen", sagt Clemens Galonska. Er hat Kontakt zum Bürgerverein geknüpft, der sich ebenfalls um die Pflege des historischen Erbes und die Attraktivität Helleraus heute bemüht. Nur durch diesen Kontakt konnte er zu Informationen kommen, die nicht in einschlägigen Veröffentlichungen nachzulesen sind, die aber eine Führung durch Helleraus Straßen besonders interessant machen.

Galonska: "Es ist unwahrscheinlich, was Hellerauer mir alles brachten – alte Fotos, Schriften, Erinnerungsstücke. Man merkte richtig, wie sie sich freuen, dass sich jemand Neues bemüht, Charakteristisches aus ihrer Umgebung publik zu machen." Neben den Kremserfahrten bietet die Besucherinformation auch Führungen zu Fuß an.

Regelmäßig trifft sich am Markt 2 eine Hellerauer Runde, um künftig ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm herauszugeben. Diese Runde reicht von Vertretern der 84. Grundschule, über den Werkbund Sachsen, Mitarbeiter des Festspielhauses bis zum Sportverein. Die Runde ist sich auch einig, was im Hellerauer Zentrum noch fehlt – ein gemütliches Café, um den Besuchern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

 

 

 

 

Clemens Galonska vertreibt Broschüren, Bücher, Stadtpläne, Wanderhefte und Kalender in der Besucherinformation am Hellerauer Markt.
Foto: Steffen Unger

   
Clemens Galonska · Architekt · Am Grünen Zipfel 84 · D-01109 Dresden Hellerau
fon +49 (0)171 384 69 06
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